Frau zahlt 90 000 Euro an Betrüger

 

Polizei warnt vor besonders "beliebten" Betrugsmaschen

REGION. Immer wieder werden ahnungslose und gutgläubige Menschen Opfer von Betrügern. Die Täter gehen dabei häufig sehr geschickt und kreativ vor. Die Polizei warnt deshalb vor derzeit besonders "beliebten" Betrugsmaschen:

 

Skimming:

Wie in den vergangenen Wochen mehrfach berichtet, treiben zurzeit vermutlich mehrere

Tätergruppen in Rheinland-Pfalz ihr Unwesen mit dieser Masche. Im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz sind seit Mitte Januar in verschiedenen Städten mindestens zehn Geldautomaten mit manipulierten Aufsatzgeräten zum Auslesen der EC-Kartendaten versehen worden. In einigen Fällen blieb es zwar beim Versuch, aber die Gesamtschadenssumme, die im Einzelfall zwischen 500 und 2000 Euro, liegt beläuft sich mittlerweile auf einen satten fünfstelligen Betrag.

Enkeltrick:

Dieser Trick ist nicht neu, taucht aber in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf, so die Polizei. Im Januar und Februar gab es in der Region mehrere bekannt gewordene Versuche mit mindestens einem Schadensfall (hoher vierstelliger Betrag). Hier richtet die Polizei noch einmal den Appell an die Angehörigen von allein lebenden Senioren, an Menschen, die in der Seniorenbetreuung tätig sind, sowie an das Bankpersonal und bittet um erhöhte Sensibilität.

Internetfallen:

Zwei besonders krasse Einzelfälle verdeutlichen, dass Menschen sich im Hinblick auf

erwarteten Geldsegen nicht immer rational verhalten: Eine Frau aus dem Raum Koblenz hat vor einigen Wochen per Internet eine Bekanntschaft im Irak geschlossen. Angeblich handelt es sich um einen USGeneral, der Probleme hatte, einen Koffer voller Geld aus der Krisenregion zu schaffen. Um an das große Geld zu kommen, sollte die Dame erst einmal kleinere Beträge zahlen - im vorliegenden Fall 9000 Euro. Noch extremer ist der Fall einer Hunsrückerin: Die Frau erhielt Ende 2009 eine Benachrichtigung über einen Lottogewinn von mehr als 600 000 Euro. Besonderheit: Der Lottogewinn wurde bei einer Lotterie in Spanien erzielt. Und obwohl die Dame dort nicht mitgespielt hatte, zahlte sie die angeblich entstandenen Gebühren, Steuern, Spesen und anderes - insgesamt unglaubliche

 90 000 Euro.

"Download-Abofallen":

In der Einzelsumme sind sie weniger schmerzhaft, dafür aber sehr viel verbreiteter. Zumeist werden dort Informationen, kleinere Programme oder Dateien zum Download angeboten, und zwar scheinbar kostenlos. Tatsächlich hat man aber mit ein paar unbedachten Mausklicks ein mindestens einjähriges Abonnement mit Folgekosten von rund 100 Euro abgeschlossen. Hier hilft nur erhöhte Aufmerksam-keit und schnelles Reagieren, um den ungewollten Vertragsabschluss zu vermeiden, so die

Polizei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.verbraucherzentrale.de sowie bei der Polizei unter www.polizei-beratung.de

 

RZ Andernach vom Freitag, 5. März 2010, Seite 15.

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